Die Regeln zielen darauf hin, den Gegner aus dem
Stand in die Bodenlage und mit beiden Schultern auf die Matte zu
bringen. Dabei kommen als Techniken Würfe, Schleudern und Hebel
zum Einsatz. Schläge, Tritte, Stöße und Würgen
sind verboten. Die Kampfleitung und die Wertung der Griffkombinationen
übernimmt der Kampfrichter oder ein Kampfgericht aus drei Wertungsrichtern.
Sieger ist, wer am Ende der Kampfzeit die meisten Punkte gesammelt
hat oder vorher seinen Konkurrenten auf beide Schultern gebracht
(„geschultert“ oder "gepinnt") hat.
Es wird international und in Turnierkämpfen in drei Kampfrunden,
in Mannschaftskämpfen in fünf Kampfrunden zu je zwei
Minuten Nettokampfzeit gerungen. Sieger ist, wer als Erster zwei
bzw. drei Kampfrunden gewonnen hat. Der Schultersieg beendet weiterhin
den Kampf sofort.
Eine Runde gewinnt derjenige vorzeitig, der völlig unabhängig
vom Gesamt-Punktestand, zwei 3-Punkte-Wertungen oder eine 5-Punkte-Wertung
erzielt. Ein Unterschied von sechs Punkten beendet ebenfalls die
Runde. Beendet keiner der beiden Kontrahenten die Runde vorzeitig,
siegt bei Punktgleichheit der Ringer mit den wenigsten Verwarnungen.
Bei weiterem Gleichstand entscheidet die höchste Einzelwertung
– sind diese weiterhin gleich hoch, bestimmt die letzte
erzielte Wertung den Sieger.
Der Ablauf einer einzelnen Runde unterscheidet sich in den beiden
Stilarten. Im griechisch-römischen Ringkampf erfolgt zunächst
eine Minute und 30 Sekunden Standkampf, anschließend 30
Sekunden Bodenkampf, wobei ein Ringer der Obermann/Angreifer ist.
Obermann wird grundsätzlich der Ringer der nach den, im vorherigen
Absatz genannten Kriterien, Rundensieger wäre. Beim absolutem
Gleichstand entscheidet der Kampfrichter, im Mannschaftskampf,
wer der führende oder aktivere Kämpfer war und wer Obermann
sein darf. Erzielt ein Ringer in den 30 Sekunden, in denen er
Obermann ist, keine Wertung, so erhält sein Gegner, beim
Stand von 0:0, einen Punkt zugesprochen und gewinnt die Runde.
Im Turnier bzw. Einzelwettkampf wird in der ersten Runde, bei
absolutem Gleichstand, der Ringer im roten Trikot zuerst Obermann.
Steht es in der zweiten Runde nach Ablauf von einer Minute und
30 Sekunden, nach allen genannten Kriterien wieder 0:0 wird der
Ringer blauen Trikot Obermann. Sollte es eine dritte Runde geben
und wieder absoluter Gleichstand herrschen entscheidet das Los
über den Obermann (Wurfscheibe bzw. Münze mit roter
und blauer Seite). Sollte ein Ringer vor dem angeordneten Bodenkampf
einen Punkt erzielt haben wird er automatisch Obermann. Sein Gegner
erhält nach Ablauf der Zeit keine Extrawertung, wenn keine
Aktion seitens des Obermannes erfolgt. Ab der B-Jugend hat der
Obermann/Angreifer die seine Hände auf den Rücken des
Gegners zu legen oder zum verkehrten Ausheber zu fassen.
Im Freistil existiert keine angeordnete Bodenlage. Wurde vor
Ablauf der Zeit keine Wertung erzielt, darf im Mannschafftskampf
der aktivere Ringer das Bein des Gegners fassen. Er hat vom Anpfiff
30 Sekunden Zeit, eine Wertung zu erzielen. Sein Gegner hat die
Aufgabe, das zu verhindern oder selbst eine Wertung zu erreichen.
Die erste Wertung bestimmt den Sieger der Runde. Wird keine Wertung
erzielt, so gewinnt der verteidigende Ringer die Runde. Im Einzelwettkampf
entscheidet die Wurfscheibe über den fassenden Ringer.
Die Regeländerungen sollen einen aktiveren Kampf und vor
allem einen spannenderen und dadurch publikumswirksameren Sport
aus dem Ringen machen. Beide Kontrahenten sind gezwungen, schneller
als zuvor zu agieren, um das Punkten des Gegners zu verhindern.
Allerdings sind die Regeländerungen heftig umstritten.
Gewichtsklassen bei den Männern:
55 kg, 60 kg, 66 kg, 74 kg, 84 kg, 96 kg und 120 kg.
Gewichtsklassen bei den Frauen:
48kg, 55kg, 63kg und 72kg.